18.08.2025, Tag 79, von Hundested nach Odden, 16 sm
Was für ein Gegensatz zu gestern, Nord 2, also fast kein Wind, also segeln wir ganz langsam vor uns hin, blauer Himmel und Sonnenschein, nicht ganz so kalt. Am frühen Nachmittag etwas mehr Wind, NW um 3, was auch nicht viel mehr Geschwindigkeit bringt. Also lohnt es sich nicht wirklich noch eine lange Strecke zu segeln, über das Odden Rev hinaus, so beschließen wir in Odden zu bleiben. Abends dann totale Flaute.
Vor vielen Jahren waren wir mal in Odden eingeweht, haben es in guter Erinnerung. Ein großer Fischereihafen, ein Supermarkt, der Hafen und die Anlagen sind wirklich sehr schön und sehr gemütlich. Die Windvorhersage für morgen ist nicht so berauschend, wieder mal viel Wind aus West, schauen wir mal ob es wirklich so kommt.



Hafentag 1 in Odden
19.08.2025, Tag 80, Hafentag in Odden
Leider hat das Orakel Recht und es sind 5-6 Windstärken aus West. Wir drehen schon im Hafen ein Reff ins Großsegel und starten. Eigentlich ging es, aber dann wurde der Wind noch etwas mehr, Max hat noch die Fock gerefft, aber der Wind kam dann immer mehr von vorne und die Wellen wurden immer höher, so dass wir beschlossen haben, dass es keinen Sinn macht bei diesen Bedingungen weiter zu kreuzen und gewendet haben. Natürlich war dann der Kurs nach Odden mit Raumwind sehr schön, aber immerhin waren es 3,5 Meilen, die wir gesegelt sind. Wir haben uns wieder auf den gleichen Platz gelegt und ein bisschen gehadert, denn der Wind hat am Nachmittag etwas nachgelassen. Weiß man halt vorher nicht.
Ein paar Meilen weiter draußen übt die schwedische Kriegsmarine, es macht kein gutes Gefühl, wenn man den Kanonendonner hört.
Als Trostpflaster sind wir zum Fischhändler spaziert (Odden Fisk, ein wunderschöner Laden) und haben uns einen hervorragenden Dorsch gekauft, war ein guter Trost. Wir hoffen auf morgen.


Hafentag 2 in Odden
20.08.2025, Tag 81, Hafentag in Odden
Nachts und am Morgen ein sehr kräftiger Wind aus Nordost, das wäre von der Richtung her ja gar nicht schlecht, aber es steht eine hohe Welle vor der Hafeneinfahrt und weiter draußen natürlich auch. Es rauscht eine ordentlich Brandung gegen die Hafenmole. Erst gegen Mittag nimmt der Wind dann deutlich ab und dreht auf Nordnordwest, die Welle aber bleibt. Natürlich fahren Boote los, aber das Gewackel möchten wir auch nicht haben, gegen Wind und Welle erst aus der Hafenausfahrt rauszukommen ist für uns nicht ganz so einfach. Die Windvorhersage zeigt eine deutliche Zunahme am späten Nachmittag, der Wind soll dann auf West drehen.
Es ist immer schwierig eine Entscheidung zu treffen, ob man fährt oder bleibt, meistens ist es richtig, aber das weiß man halt immer erst im Nachhinein. Also ist man kurz froh oder traurig, je nachdem wie die Entscheidung gefallen ist, aber wenn sich die Bedingungen erst Nachmittags um 4 Uhr bessern macht das Losfahren auch keinen Sinn mehr. Für morgen wird wieder Starkwind aus West angekündigt, was dann noch einen weiteren Tag hier bedeuten würde, wir hoffen, dass es anders kommt.
Also machen wir uns einen schönen Tag mit einem Spaziergang an Strand, freuen uns an der Brandung und am Sonnenschein und sind froh, dass noch alles heil ist, sowohl bei den Menschen als auch beim Boot.



